Brief unseres Dekans an die Gemeinden

Gedanken zur Lage – veröffentlicht am 17.03.2020

von Dekan Christoph Glimpel, Kirchenbezirk Badischer Enzkreis

 

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem! (Röm 12,21)

Liebe Leserin, lieber Leser!

Kirchliche Veranstaltungen, bei denen sich Menschen leiblich begegnen, finden derzeit nicht statt. Dass wir diese Veranstaltungen absagen, ist ein Gebot der Liebe: Wir sind solidarisch mit Alten und Kranken. Denn für diese Personengruppe ist das Coronavirus besonders bedrohlich. Wir sind solidarisch mit Ärztinnen und Ärzten, mit Menschen in Pflegeberufen. Denn sie arbeiten derzeit bis an den Rand der Erschöpfung und darüber hinaus. Wir sind solidarisch mit allen, die Verantwortung tragen in Politik, Gesellschaft, Schule und Kirche. Denn sie müssen in diesen Tagen folgenreiche Entscheidungen treffen.

Wenn wir kirchliche Veranstaltungen und sogar unsere Gottesdienste absagen, dann ist das also ein Akt der Liebe. Wir lassen uns nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinden das Böse mit Gutem. Wir können das, weil es ein anderer für uns schon längst geschafft hat: Jesus hat am Kreuz das Böse durch das Gute überwunden – ein für alle Mal. Daraus schöpfen wir alle Liebe, allen Trost, alle Hoffnung.

Wir werden die frohe Botschaft von Gottes Liebe in Christus Jesus weiter verkünden – gerade jetzt. Unsere Gemeinden sind kreativ. Sie lassen sich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinden das Böse mit Gutem. Viele Ideen und Aktionen starten in diesen Tagen. Vieles davon im Internet und in den sozialen Medien. Und dann sind und bleiben wir verbunden im Gebet. Ich lade Sie ein, mitzubeten. Unten finden Sie ein Gebet unserer Schuldekanin Katharina Vetter. Man kann es auch zwischendurch beten, immer wieder.

Wir müssen auf Distanz gehen. Körperlich. Aber menschlich und geistlich können wir in diesen besonderen Tagen und Wochen enger zusammenwachsen als je zuvor. Verbunden in der Solidarität mit allen Menschen. Verbunden im Gebet. Verbunden in unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, der am Kreuz das Böse mit Gutem besiegt hat. Ein für alle Mal.

Ihr und Euer Dekan Dr. Christoph Glimpel

 

Wir bitten für alle, die in diesen Tagen Trauernde trösten und den Ängstlichen die Zuversicht des Evangeliums weitersagen. Wir bitten für die Erkrankten und für das medizinische Personal, das ihnen beisteht. Wir bitten für diejenigen in Politik, Gesellschaft, Schule und Kirche, die weitreichende Entscheidungen treffen müssen und für alle anderen die in ihren Berufen derzeit besonders herausgefordert sind. Wir bitten für uns, dass Gott unsere Hoffnung auf seine Herrlichkeit stärkt: Herr erbarme dich unser. Amen