Glauben und Vertrauen, Fürsorge und Rücksicht sind nicht abgesagt!

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste unserer Homepage,

seit  Montag, 16. März ruht das Leben in unserer Gesellschaft, natürlich auch in unserer Kirchengemeinde. Der Kirchengemeinderat hat daher sämtliche Gruppen und Kreise abgesagt, vorerst finden auch keine öffentlichen Gottesdienste statt.

Was sein muss und sein wird, sind Trauerfeiern und Beerdigungen. Diese können in dieser Woche nur noch im kleinen Familienkreis gehalten werden und finden in der Regel an der Aussegnunshalle statt. Als Pfarrer bitte ich hier um Verständnis. Bei noch schärferen Verordnungen des Landes kann ich noch nicht sagen, wie es mit Beerdigungen gehandhabt wird.

Als Menschen aus dem Dorf und Ortsgemeinde bleibt uns das Anteilnehmen im stillen Gebet zu Hause, wenn z.B. die Glocken läuten.

Überhaupt möchte ich unserer Gemeinde und den Gläubigen am Ort nahelegen, dass wir wieder neu auf die Kirchenglocken achten lernen. Es sind ja alte Signale, die den Menschen in früheren Zeiten halfen, den Tag zu gliedern. Das Läuten der Betglocke war auch ein Ruf, für einen Augenblick still zu werden und zu Gott zu beten. Abends um 19.30 Uhr möchte ich die Glocken läuten als Zeichen, dass wir miteinander und füreinander beten: für uns und unsere Lieben, für die Menschen in unserem Dorf, in unserem Land, auf dieser Welt. Schließen Sie mit einem Vater-Unser: in diesem Gebet sind wir eins, auch wenn wir uns nicht sehen können.

Vielleicht ist es uns auch in diesen Zeiten eine Erinnerung und ein Anstoß, dass wir an die Menschen im Gebet denken, die krank sind oder in Sorge um einen nahen Angehörigen, dass wir für die Menschen beten, die in unserer Gesellschaft jetzt dafür sorgen, dass die lebenswichtigen Systeme weitergehen, für die Menschen im Gesundheitssystem usw.

Auf unserer Homepage will ich immer wieder auch Gebete oder Gedankenanstöße schreiben. Die moderne Technik bietet uns viele und auch sehr kreative Möglichkeiten an, miteinander in Kontakt zu bleiben. 

Vor allem bitte ich Sie aber auch, auf Menschen in der Nachbarschaft zu achten, die alleine leben oder alleine sind. Niemand soll das Gefühl haben, vergessen zu werden. Eventuell werden wir Einkaufspaten brauchen, die für Alte, Einsame oder Kranke einkaufen gehen. Hier werden wir uns besonders an unsere jungen Erwachsenen wenden, die ein geringes Risiko bei der Erkrankung haben. Bitte achtet hier auf Veröffentlichungen der Diakoniestation, Tagespflege oder Kirchengemeinde sowie kommunale Seiten.

Ich möchte Sie grüßen mit dem ermutigenden Satz, den der Apostel Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus vor langer, langer Zeit geschrieben hat:

„Gott hat uns nicht den Geist der Frucht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Möge dieser Heilige Geist uns auch in dieser Zeit leiten.

 

Ihr Oliver Elsässer, Pfarrer