Unsere Gemeinde in Zeiten von Corona.. - Stand 17. März

In diesen Tagen überschlagen sich die Ereignisse geradezu, und da die allermeisten von uns so eine Krisenlage das erste Mal erleben, wächst auch die Verunsicherung. Die Landeskirche gibt, in enger Abstimmung mit den Ministerien und Behörden, Empfehlungen, was zu tun ist. Als Gemeindeleitung orientieren wir uns selbstverständlich an diesen Ratschlägen und Vorschriften. Seit Montag 16. März gelten Verordnungen, die das öffentliche Leben weitgehend aussetzen. 

  1. Grundsätzlich fordern wir alle unsere Gemeindeglieder auf, ihre persönlichen Kontakte für die nächsten Wochen auf ein Minimum zu reduzieren, damit die Infektionswelle flach gehalten bzw. vielleicht sogar unterbrochen werden kann. Selbstdisziplin und Eigenverantwortung sind hier von uns allen gefordert!  Bitte überlegen Sie bei kleinen Gruppen, die sich privat treffen, selbstverantwortlich, wo Chance und Risiko liegen.
  2. Gleichzeitig sehen wir uns alle mit einer Situation konfrontiert, die unsere Generation so nicht kennt. Hier sollen und dürfen wir uns von der Bibel ermutigen lassen: "Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." Davon wollen wir uns leiten lassen.
  3. Gerade bei häuslicher Quarantäne oder gar Infizierung mit Corona droht die Gefahr von Vereinsamung oder dem Gefühl, vergessen zu werden. Daher ist es unsere besondere Aufgabe, einen Blick für Menschen in der Nachbarschaft zu haben, die alleine leben oder vielleicht auf Hilfe (z.B. beim Einkaufen) angewiesen sind. Angesichts leerer Regale in den Supermärkten und auch Apotheken ist u.U. die Solidarität mit Freunden und Nachbarn gefragt. Wir verstehen das als ein besonderes Gebot an uns Christen.
  4. Sollten Menschen auch in unserem Ort in Quarantäne müssen bzw. sich gar mit Corona infizieren, dann wollen wir sie nicht ausgrenzen. Die moderne Technik bietet hier zahlreiche Möglichkeiten, Kontakt zu halten. 
  5. Gottesdienste sind gerade untersagt, da hier zu viele Menschen zusammenkommen.  Dennoch wollen wir im Gebet aneinander denken und füereinander einstehen. Die Gebetsglocke erinnert uns dreimal am Tag daran.
  6. Soweit wir dies überblicken, gitl das auch für das kommende Osterfest. Die Konfirmation am 25/26. April liegt außerhalb der derzeit von der Landesregierung genannten Frist (20.4.20). Aber da sich gerade die Ereignisse überschlagen, können wir hier im Moment keine verlässlichen Aussagen machen. Sobald wir einen besseren Überblick haben, werden wir Sie informieren.
  7. Für Tauffeiern und Hochzeiten gilt die Empfehlung, sie möglichst zu verschieben, bis die Zeiten wieder besser sind. Wir wollen diese Feste ja auch in guter Erinnerung behalten. Wenn jemand an seinem Trautermin festhalten will, ist dies nur im engsten Personenkreis (derzeit: 10 Personen) möglich.
  8. Jede Krise birgt auch eine Chance und "wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch" (Hölderlin).  Vielleicht erwächst für unsere Gesellschaft aus dieser Erfahrung auch ein neues Verständnis für das, worauf es im Miteinander ankommt. Als Christen glauben wir an einen Gott, der uns nahe ist, im Guten wie im Schweren. Psalm 23 sagt: "Und ob ich auch durch ein dunkles Tal muss, fürchte ich doch kein Unheil, denn Du, Gott, bist bei mir."