FAQ: "Warum sollen wir für´s Kirchendach spenden? Wir zahlen doch Kirchensteuer!?"

 

 

Eine Anmerkung oder Frage, die seit unserer „Kirchenmäuseaktion" hin und wieder zu hören ist. Klar, der Einwand ist verständlich. Und zunächst einmal: Danke, dass und wenn Sie als berufstätiges Kirchenmitglied uns mit ihrer Kirchensteuer unterstützen! Ich weiß das als Pfarrer zu schätzen!

Aber ein paar Dinge muss man vielleicht doch klarstellen:

Wie bei Steuern allgemein üblich, werden sie zentral abgeführt. Das bedeutet, dass von Ihrer Kirchensteuer lediglich ein Bruchteil bei ihrer Kirchengemeinde am Ort ankommt.

Ähnlich ist es ja mit den anderen Steuern auch: Statistisch gesehen arbeiten wir mehr als die Hälfte des Jahres nur, um dem Staat Steuern und Abgaben zu zahlen. Das ist eine Menge Geld! Und trotzdem kann es sein, dass eine Straße holprig ist oder die Zuschüsse für eine öffentliche Einrichtung gekürzt werden. Das Steuergeld ist halt in andere Töpfe geflossen, und daran können die Verantwortlichen vor Ort zumeinst nichts ändern.

(Übrigens: Unter www.ekiba.de/kirchensteuer informiert die Evangelische Landeskirche umfassend  über  Kirchensteuern und wohin sie fließen.)

Laut der Landeskirche finanzieren Sie mit 40 Prozent die Gemeindearbeit vor Ort. Darin eingerechnet sind bereits die Gehälter für die Hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiter. Sie wissen, das Gehälter immer einen Großteil der Kosten ausmachen. So auch bei der Kirche.

Nur zehn bis zwanzig Prozent Ihrer Steuergelder kommen einer Kirchengemeinde direkt zugute für die alljährliche Gemeindearbeit. Das sind in Köngisbach derzeit jährlich rund 200.000 Euro. Aber hiermit ist der gesamte Aufwand einer Gemeinde vor Ort zu bestreiten, also Löhne und Gehälter für die nebenamtlichen Stellen, Unterhaltung von Gebäuden, Reparaturen, Ausstattung der Pfarrämter, Zuschüsse für Gruppen und Kreise usw.  Da bleibt für ein Mammutprojekt wie die Kirchenrenovierung im Haushalt nicht viel übrig.

Damit wir ein Projekt wie die Dachgebälksanierung bei der Königsbacher Kirche mit rund 300.000 Euro stemmen können, müssen wir Zuschüsse bei der Landeskirche beantragen. Etwa acht Prozent ihrer Steuern fließen in solche zentralen Mittel, welche die Landeskirche dann wieder als Bauzuschüsse zur Verfügung stellt.  Um diese zu erhalten, müssen wir Eigenmittel bringen, in unserem Fall sind das 80.000 Euro. Dazu sind wir auf Zuschüsse von Stiftungen, dem Landesdenkmalamt und eben Ihre großzügigen  Spenden angewiesen.

Spenden von Menschen, die Mitglieder der Kirche sind, aber gar keine Kirchensteuer zahlen müssen. (Das sind immerhin mehr als die Hälfte aller Kirchenmitglieder!).

Spenden von Menschen, die vielleicht gar nicht in der evangelischen Kirche sind oder keine Kirchensteuer zahlen, aber ein altes Kirchengebäude als ein erhaltenswertes Kulturgut in unserem Land ansehen. Und das ist doch bei unserer Kirche der Fall: Sie prägt seit Jahrhunderten das Ortsbild!  Und sie ist, allen neuen großen Gebäuden zum Trotz, eines der auffälligsten Gebäude, wenn man auf der Bundesstraße auf den Ort zufährt. Und ganz gewiss ist sie baulich schöner als ein würfelförmiges Fabrikgebäude!

Also ärgern Sie sich bitte nicht über unsere Bemühungen, Spenden zu sammeln. Sehen Sie es als eine ehrenvolle Herausforderung an, dass Sie dazu mithelfen können, ein wertvolles Gebäude, ein Stück Kulturgeschichte an unserem Ort für die Zukunft zu bewahren. 

Die Bibel empfiehlt, den „Zehnten“ für Gottes Sache zu geben (Maleachi 3,10). Das ist in aller Regel deutlich mehr, als die Kirchensteuer beträgt! Es liegt aber auch Segen darauf, wenn man gibt, das verspricht Gott selbst. Nehmen Sie Ihn doch beim Wort!