Orgelrenovierung 2014

Das teuerste Stück in einer Kirche ist oft die Orgel! Satte 1,5 Millionen wurden beispielsweise für die Christus-Kirche in Karlsruhe ausgegeben, deren neue Klais-Orgel mit 86 Registern im Jahr 2010 eingeweiht wurde. Natürlich müssen und können wir uns in Königsbach nicht mit der Christuskirche messen – aber auch bei uns steht eine hübsche und besondere Orgel: Gebaut wurde sie 1889 von der Fa.Voit und Söhne in Durlach – ein inzwischen denkmalgeschütztes Instrument, das damals laut historischer Quellen "als der Stolz der ganzen Diözese" galt! Organisten loben das Instrument mit seinen 18 klingenden Registern wegen seiner besonderen, weichen Klangfarbe. Aber nun ist eine Generalsanierung dringend empfohlen und notwendig. Zeitlicher Aufschub ist nicht mehr drin, wie Orgelbaumeister Marin Vier betont: „Die Orgel muss jetzt gemacht werden, sonst geht sie kaputt!“.

50.000 Euro stehen im Kostenvoranschlag. Erst mal zuckt man zusammen: Was denn, so teuer? Und wieso denn bloß? 

Weil eben beim Orgelbau wirklich noch alles Handwerk ist. So heißt es: „Die Pfeifen müssen einzeln herausgenommen und in der Orgelbauerei gereinigt und evtl. repariert werden. Die Metallpfeifen werden in heißer Seifenlauge gewaschen, so dass sich Rußschichten lösen. Die Pfeifenkörper werden ausgebeult, Stimmvorrichtungen ausgeformt, soweit notwendig, gelötet. (...) Querholzdeckel werden auf dichten Sitz überprüft, und mit dickem Filz und Leder neu abgedichtet ...“ Und wieviele hundert Pfeifen hat eine Orgel! Man kann sich vorstellen, wie viele Stunden Handarbeit da zusammen kommen.

Es gab eine Zeit, da war Orgelspiel sogar Olympische Disziplin! Nein, nicht bei den Spielen der Neuzeit, sondern in der Antike: In Olympia, dem Ort am Fuße des Götterberges, wurden ja nicht nur körperliche Kräfte im Wettstreit erprobt, sondern auch Dinge wie Dichtkunst und Gesang. Und eben das Orgelspiel. Im 3. Jahrhundert vor Christus wurde das Instrument in Griechenland erfunden.


Blick auf die sog. Prospektpfeifen: Sie sind nur der kleinste Teil eines geheimnisvollen Ganzen.

In Abstimmung mit dem Mitarbeiterbeirat und der Gemeindeversammlung hat der Kirchengemeinderat beschlossen, dass im Herbst 2015 die Orgelbaufirma Vier aus Lahr unser Instrument generalüberholen wird. Durch verschiedenen Spendenaufrufe und -aktionen ist es der Kirchengemeinde bisher gelungen, rund 34.000 Euro zu sammeln (Stand: 10. Juni 2015). Hinzu kommen Zuschüsse der Landeskirche. Auch ein Antrag bei der Stiftung "Orgelklang" wurde gestellt. Somit ist die Grundsanierung des Instruments, verbunden mit notwendigen Arbeiten an der Orgelempore, bereits gesichert. Offen ist noch, ob das Holzpfeifenregister (Violonbass), das auf dem Speicher der Kirche gefunden wurde, und/oder ein neues Register bei den Prospektpfeifen eingebaut werden kann. Hier wird im Juli 2015 nochmals eine Beratung durch Herrn Dr. Kares, den Orgelbeauftragten des EOK, stattfinden. Bis zum Sommer ist auch klar, ob die Gemeindeleitung ihr ehrgeiziges Ziel, 40.000 Euro an Spenden für die Orgel zu sammeln, verwirklichen kann.

Mit Musik kann man Menschen beeindrucken und beeinflussen. Das wissen nicht erst die Filmemacher und Werbestrategen, schon die Römer und nutzten das Klangvolumen der Orgel als Herrschaftssymbol des Kaisers: Wenn er einzog im Circus Maximus vor etwa 200.000 Menschen, dann erklang feierliche Orgelmusik!


Der Schwimmerbalg auf dem Registerkanal.

Ihre von keinem anderen Instrument erreichte Tonfülle machten in gewisser Weise die nicht fassbare Dimension des Unendlichen hörbar. Und so wurde die Orgel schließlich auch das Instrument des neuen „Königs der Welt“, Jesus Christus, und eroberte die Kirchen. Die Orgel wurde zum Hauptinstrument der kirchlichen Liturgie und inspirierte viele Komponisten zu musikalischen Glanzleistungen.

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