Geschichte der Evangelischen Kirche zu Königsbach


Liebe Besucherin! Lieber Besucher!

Schön, dass Sie auf dieser Seite vorbeischauen und sich für die Geschichte unserer Kirche interessieren!

Wenn Sie das Gebäude mal betrachten oder auch die heutige Gemeinde kennen lernen wollen, dann schauen Sie doch einfach mal herein, am besten an einem Sonntag zum Gottesdienst... Aber nun lesen Sie über die Geschichte der Kirche in Königsbach:

 

Früheste Spuren

Bis in die Mitte des dritten Jahrhunderts waren die Römer in unserer Gegend; die zahlreichen Landhöfe (villae rusticae) in der Umgebung geben davon Zeugnis. Erhaltene Hermes- und Jupitersäulen erzählen stumm von der damals vorherrschenden römischen Staatsreligion: Zuoberst steht Jupiter, der Reichsgott, dessen sichtbarer Vertreter auf Erden der Kaiser ist. Wird er anerkannt, so ist darunter viel möglich; keltische und germanische "Regionalgottheiten"  konnten dann nach Belieben verehrt werden.

An der Nordseite der Königsbacher Kirche ist das Bild einer reitenden Frau in die Mauer eingearbeitet: die Göttin Epona, so wird vermutet. Ein Zeugnis der frühen, heidnischen Zeit... Das Pferd war gerade bei den Germanen und Kelten wichtig und heilig, und vielleicht war auf dem Kirchberg in früher Zeit ein heiliger Hain? Noch heute schmiegt sich das alte Dorf erkennbar an den Kirchberg, und hier zeigt man auch Reste von keltischen Gräbern...

 

FrauenkopfEbenfalls ist einige Meter links oberhalb des Eponabildes noch eine „Unbekannte Schöne“, ein steinernes Frauenantlitz in die Nordwand eingemauert; man vermutet, daß es ein Fragment römisch-keltischer Religiosität ist. Die Deutung dieses Gesichts geht aber weit auseinander: Die einen vermuten, dass das steinerne Frauenbild der Rest einer Minervafigur sei, 

nach Emil Lacroix, einem früheren Badischen Landeskonservator, ist es ein Ansatzstück für eine Gewölberippe, eine Arbeit des 15ten Jh. Weiter vermutet Lacroix, dass dieser Frauenkopf von dem im Jahre 1622 zerstörten Chor stammt.

 

Waren damals, in der Römerzeit, auch schon Christen in der Gegend? Belegen lässt es sich nicht, aber unter den Soldaten, Händlern und an den Rand der Provinz versetzten höheren Beamten mögen schon auch Christen gewesen sein.  In die Friedhofsmauer ist ein Stück eingemauert, das die Archäologen als römische Arbeit identifiziert haben. War es ein Bruchstück von anderswo hergeholt, das später in die Mauer eingearbeitet wurde? Ist es Hinweis auf eine frühe römische Besiedelung? Vieles bleibt im Dunkeln... Jedenfalls zogen sich die Römer Mitte des 3. Jahrhunderts unter dem Druck der germanischen Stämme wieder auf die linke Seite des Rheins zurück, und die kommenden Jahrhunderte  verlieren sich in Schweigen...

Erst im 6. Jahrhundert wurde von Speier aus der Südwesten Deutschlands, auch die Region des südlichen Kraichgaus, christianisiert. Bekannt ist auch, dass unter Kaiser Karl dem Großen (gest. 814) das Prinzip herrschte, dass jedes Dorf eine Kirche und einen "Parochus" erhalten sollte. Aber erst im Jahr 1295 wird in Königsbach ein Pfarrer erwähnt, die Pfarrkirche dann auch 1335. Damals unterstand die Pfarrei dem Kloster Frauenalb. Seit 1295  gab es 45 Pfarrer in Königsbach (Stand 2015).

Durch den Königsbacher Schlossherrn Erasmus von Venningen wurde im Zuge der Reformation der erste evangelische Pfarrer „Magister Johann Voit“ (1554-1571) berufen. Seither ist die Kirche evangelisch. 

Im ausgehenden Mittelalter war es nicht unüblich, dass in einer Gegend die Herrschaftsverhältnisse nicht einheitlich geregelt waren. So auch in Königsbach:

Der Markgraf Carl von Baden besaß 5/12 des Ortes.

Erasmus von Venningen und ab 1648 Daniel Rollin Reichsfreiherr von Saint André, 7/12. 

Dem Kloster Frauenalb stand der größte Teil des Zehnten zu. 

Solcherart Besitzverhältnisse gaben immer wieder Anlass zu Streitigkeiten um die Baulast an Kirche und Gemeindeaufgaben. Diese war wirklich eine "Last", denn jeder wollte die Aufgabe den anderen zuschieben...

Unter „Baulast“ ist zu verstehen, wer von den Besitzern des Ortes und der Kirche, samt Rechten daran, wie viel zum Bau und Unterhalt an der Kirche, Turm, Glocken, Schulen und gemeinnützige Einrichtungen in jeweiligen Anteilen zu bezahlen hat.

 

Das Innere und Äußere der Kirche

Der gesichert älteste Teil des heutigen Kirchengebäudes ist der Turm, der um 1200 als Wehrturm freistehend erbaut wurde. Im Erdgeschoss hat der Turm einen Grundriß von 6,5 m im Quadrat, die Mauern sind 2,40 m dick. Der Turm hatte nur einen hoch liegenden Eingang, der über eine Leiter zu erreichen war. Das erste Obergeschoss mit seinen 1,90 m dicken Mauern gehört noch zum alten Wehrturm mit seinen Fensterschlitzen, die sicherlich als Schießscharten anzusehen sind.

 Der jetzige ebenerdige Eingang in den Turm ist erst gegen 1623, laut Sturzinschrift, eingebaut. Das Kirchenschiff wurde erst  im 15. Jh. an den Turm herangebaut.

Im 30-jährigen Krieg suchten die Schweden Königsbach heim, und bei der Zerstörung des Dorfes und der Kirche 1622 ist der steinerne Turmhelm herabgestürzt. Ein erhalten gebliebenes Stück der Helmspitze hat beim Wiederaufbau als Taufstein Verwendung gefunden (s.u.). Die Mauern der Kirche blieben alledings stehen, so dass nur ein neuer Turmhelm aufgesetzt werden brauchte. 1761 musste man wegen Baufälligkeit den oberen Turmteil abtragen und versah den Restturm, wegen Streitigkeiten um die „Baulast“, mit einem Behelfsdach. GrundrissSchon 1818 machte der Zustand des Turmes eine Restaurierung notwendig. Man baute auf den alten Kirchturm ein neues Obergeschoss in "altgriechischem Stil", in dem die Glockenstube mit vier großen rundbogigen Schallöffnungen untergebracht ist. Auf dem Turm ist ein pyramidenförmiger Helm mit Kugel und Kreuz darauf, was sagen will:  „Christus ist der Herr der Welt ist“.

Das heutiges Turmmauerwerk ist 27 m hoch, die Gesamthöhe beträgt 36 m. 

 

 

 

RömerwandDas Langhaus und der Chor der Kirche ist mit seinem Turm auf dem Kirchberg weithin sichtbar, ein doch recht stolzes Wahrzeichen des Ortes. Es ist nicht bekannt, wann genau das Kirchenschiff erbaut wurde, aber sicher reichen die Anfänge bis zur römischen Besiedelung zurück. Die römischen Mauerreste in der Umfassungsmauer deuten darauf hin; Ähnliches ist auch bei anderen Kirchen in der Umgebung belegt.

Ob das Kirchenschiff schon immer genau an heutiger Stelle stand, ist nicht gesichert. Nachgewiesen ist aber, dass die Kirche erst im 15ten Jh. mit dem Turm als ältesten Teil der Anlage verbunden wurde. Dadurch wurde der Haupteingang zum Kirchenschiff links neben den Turm gelegt, in Richtung Westen. Nach alter christlicher Sitte stand der Altar in Richtung Osten (Richtung der aufgehenden Sonne, der Zukunft). Das Mauerwerkt des Kirchenschiffes ist aus Ende des 15. Jahrhundert.

Der Chor und die Sakristei sind nach den Zerstörungen des 30- jährigen Krieges erbaut. 1740 musste die Sakristei wegen Baufälligkeit umgebaut werden, hier hatte die „Baulast“ das Kloster Frauenalb zu tragen. Die Gesamtlänge des Kirchengebäudes mit dem Chor beträgt 31,50 Meter, in der Breite 10,30 Meter. In der Südwand sind zwei Spitzbogenfenster mit je zwei Mittelsäulen und Messwerk eingelassen.

Wappen St. AndreVor dem östlichen der beiden Fenster ist eine Empore der Patronats-Herrschaft derer von St. Andre'’ eingebaut. Diese war bis 1956 über eine eigene Treppe an der Außenwand zugänglich, wie man an dem alten, vermauerten Türgewände noch sehen kann. Ebenso war eine Verbindung mittels im Kirchenschiff angebrachtem Steg zum ehemaligem hohen, nur mit einer Leiter begehbaren Turmeingang vorhanden. Wie üblich war auch in seiner Zeit die Herrschafts-Empore oberhalb der Brüstung verkleidet, so daß die Herrschaft ungesehen den Gottesdienst verfolgen konnte. An der Brüstung ist noch heute das Wappen derer von St. Andre’ erhalten.

In der Nordwand sind zwei gotische Spitzbogenfenster mit je zwei Mittelstützen und Messwerk eingelassen. In dem rechten sind Glasmalereien mit den Portraits von „Martin Luther“ und „Philipp Melanchthon“ zu sehen. Unterhalb dieses Fensters ist eine Bronzetafel, von dem im Krieg gefallenen „Ernst Philipp von St. Andre’ “ eingelassen, Geboren 10 Juli 1916, gefallen in Russland Juni 1944 mit der Rangbezeichnung „Major“ 

M.Luther 

 

P.Melanchthon

 

Ernst Philipp von St. Andre

Zur Rechten dieses Fensters ist die hölzerne Kanzel mit Ihrem Schalldeckel und Treppe auf einer hölzernen Säule ruhend errichtet. Zwischen den beiden gotischen Fenstern in der Nordwand sind die Epitaphien mit lebensgroßen Darstellungen der Patronatsherren dominierend.

 

 

 

Besonderes im Inneren

Über dem Hauptportal ist ein spitzbogiges Fenster ohne Messwerk eingelassen, von innen ist eine Empore eingebaut, welche den Lichteinfall ziemlich behindert.

Der dreiseitig geschlossene Chor hat vier hohe Fenster mit bogenförmigem Sturz, die reichlich für Licht sorgen. Die Mauern sind in der Flucht des Langhauses aber etwa um 1,0 Meter höher. Das Langhaus hat eine flache Holzdecke mit Kassetten, im Chor ist ein Holz-Spiegelgewölbe der obere Abschluss. Fast der ganze Chor ist mit der Ostempore ausgefüllt, auf der sich auch die Orgel befindet. Die Ostempore ruht auf sieben kunstvoll gearbeiteten Holzsäulen. Über der Brüstung der Empore ist ein vom Anfang des 18ten Jh., ca. 2,0 Meter hohes, aus Lindenholz gefertigtes Kruzifix. 

In der Brüstung darunter ist die Inschrift: „Es ist vollbracht“  (Joh. 19,30) zu sehen.

Unter dem Kruzifix steht der hölzerne Altar auf einem zweistufigem Steinpodest. Auf der Vorderseite sind drei geschnitzte und bemalte Symbole zu sehen: Rechts ein Kelch, links ein Korb mit Brot und zur Mitte ein Hugenottenkreuz. Seiten und Rückwand sind ebenfalls mit Hugenottenkreuz und kleinen Rosetten geschmückt. Vor dem Altar auf dem Steinpodest ist eine Standfläche, die zu den Seiten hin mit geschmiedetem Geländer gesichert ist. 

Der Taufstein ist eine kleine Besonderheit. Der quadratische Sockel mit einem Schaftaufsatz und der Jahreszahl sind prägend. Darauf ist ein Mittelstück einer kunstvollen gotischen Steinmetzarbeit, ein quadratischer Kern mit mehrfacher Schichtung von Zweigwerk, Kielbogen und Fialen übersponnen. Die sechseckige Deckplatte mit Vertiefung für das Taufbecken gehörte ursprünglich zum Fuß von 1625. Die Höhe des Taufsteines beträgt ca. 0,9 Meter 

Emil Lacroix  vermutet, daß der Mittelteil ursprünglich ein Stück eines Baldachins von einem Sakramentsgebäude ist. Die mündliche Überlieferung aber sieht in diesem Mittelteil des Taufsteines einen Überrest des Messwerkhelmes, der vor 1622 den Turm krönte. Bei der Zerstörung der Kirche sei der Helm herabgestürzt, wobei die Helmspitze unversehrt blieb. Diesen erhaltenen Messwerkstein baute man seinerzeit in den Taufstein ein.

Auf der Ostempore steht die Orgel, welche 1889 von der Firma Voit & Söhne aus Durlach für etwa 8000 Reichs-Mark erbaut wurde. Errichtet wurde eine Orgel mit fünfteiligem barockem Prospekt, zwei Manualen und 18 klingenden Registern.

Die unter Denkmalschutz stehende Orgel ist eine der wenigen mit „mechanischer Traktur“ Sie wurde von der damaligen „Orgelbaukomm-Mission“ der Evangelischen Landeskirche als „die beste Orgel der ganzen Diozöse“ bezeichnet. Der Blasebalg der über eine Mechanik von Gehilfen mit den Füßen bedient wurde, wurde ist nach den zweiten Weltkrieg auf elektrischen Betrieb umgebaut. Im Jahr 2015 soll die Orgel gründlich restauriert werden. 

 

Die Sakristei

An der Südseite im Chor, unter der Empore ist der Zugang zur 1625 erbauten Sakristei. Im Inneren des 4 mal 4 m großen Raumes ist an der Ostwand ein alter Opferkasten aus Sandstein eingemauert. In der schmiedeeisernen Klappe ist ein Schlitz zum Einwurf von Geldstücken zu sehen, die Klappe ist mit einem stabilen eisernen Riegel gesichert. Auf dem Opferkasten ist eine Inschrift: HANES HOCH.S.HAVER zu sehen. 

Der Steinhauer Johannes Hoch hat in der zweiten Hälfte des 18ten Jh. gelebt und in sowie um Königsbach viele Bauarbeiten ausgeführt. Die gleiche Inschrift ist auch im Gesims der Sakristei, rechts neben dem Außeneingang, oberhalb des dortigen Fensters zu sehen.

 

Bei der Zerstörung der Kirche 1622 sind neben der gesamten Inneneinrichtung auch das Dach des Chores und des Langhauses abgebrannt, Das Feuer wütete derart, dass die Glocken im Turm schmolzen, so dass sich das heiße Metall auf den Boden ergoss. 1624 erhielt ein Durlacher Glockengießer den Auftrag drei neue Glocken zu gießen. Diese waren aber nicht von guter Qualität. Die große Glocke wurde klangeshalber gleich zerschlagen und neu gegossen. Die kleine Glocke ist ein Jahr darauf geborsten und unbrauchbar im Turm geblieben. Anno 1626 im März wurde diese kleine, ohnehin geborstene Glocke, zum Zwecke einer Lösegeldzahlung von 126 Gulden, für den markgräflichen Bürger Johann Scheuerlin und den edelmännischen Bürger Michael Herdtmann vom Turm genommen, um mit dem Verkaufserlös die Gefangenen freizukaufen. Die Gemeinde hat dann später der Kirche das Geld ersetzt, um nicht zur Anschaffung des Geläuts verpflichtet zu sein. 1721 wurde dann ein Streit um den Kauf neuer Glocken folgendermaßen beigelegt:

„Da das Kloster Frauenalb die Baulast am Chor hat, und dort eine Glocke von 4 Zentnern hing, solle das Kloster auch eine solche wieder bezahlen“. Es solle nunmehr der Frau Äbtissin „mit allem Ernst angesonnen werden“, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Wenn sie sich weigere, so solle der zustehende, fällige Zehnten „angehalten“ d. h. beschlagnahmt werden, um daraus die Glocke zu bezahlen. „Die zweite Glocke von 6 Zentnern soll die Gemeinde zahlen, weil diese von der Gemeinde einstmals verkauft wurde. Die dritte Glocke soll angeschafft werden von dem, was von der Kollekte für den Bau des Schulhauses übrig bleibe. Sollte der Rest nicht ausreichen, so werde der fehlende Betrag von beiden Vogtherren und dem Kirchenfonds zu einer „Terz“ dazugegeben“.
Festgeschrieben im Vergleich der „Kondominatsherren“
Königsbach vom 1.Juli 1721

Die Glocken

Während des zweiten Weltkrieges mussten, wie in so vielen anderen Kirchen auch, zwei Glocken für das "größere Wohl" geopfert werden. Heute hängen im Turm wieder drei Glocken.

Die große Glocke, die in der Mitte des Glockenstuhles hängt, hat eine Inschrift:

„Friede sei mit euch“ und „Über der Erde liegt Not und Leid, Herr lass mich künden bessere Zeit“

Die kleine Glocke, rechts neben der großen, trägt die Inschrift: 

„Lasset die Kindlein zu mir kommen“

Beide, die große und die kleine Glocke sind gegossen und signiert von: „Abachat aus Heilbronn“ mit Datum 1950.

Die mittlere Glocke, zur linken der großen, hat viele Wirren der Zeit überdauert, denn diese stammt noch, laut Inschrift, aus dem Jahre 1723. Die Inschrift lautet:

„DO SINE MENTE SONVM, ICH BIN EIN TONEND ERTZ, VND GEB. NVR BLOSEN LAVT, GLVCKSELIG IST DER KOMT VND GOTTES TEMPEL SCHAUT“

Ebenfalls ist in der Inschrift zu lesen daß ein Glockengießer „GOS MICH HEINRICH LUDWIG GOSMAN PFORZHEIM“ sie gefertigt hat. 

Kurz nach dem ersten Weltkrieg fand eine Glockenweihe statt, sicherlich handelt es sich um eine der Glocken, die ich im zweiten Weltkrieg abgeben mußte. Im Jahre 2003 sind dann alle drei Glocken nebst Glockenstuhl repariert und saniert worden. Die große Glocke erhielt ein neues Joch (Glockenaufhängung im Glockenstuhl) und die mittlere Glocke von 1723 erhielt einen neuen Klöppel und ein neues Joch.  Zudem ist sie noch um eine Vierteldrehung gedreht worden, weil sich schon eine deutliche Vertiefung durch das Anschlagen des Klöppels über so lange Zeit gebildet hatte. Unter der Glockenstube ist das mächtige mechanische Uhrwerk, mit einer Grundfläche von ca. 3,0 x 1,0 Meter und einer Höhe von ca. 1,70 Meter zu sehen.

Eingebaut von der Firma: R. Schneider & Söhne Turmuhrenbau, Schonach-Baden

Dieses ist auf einem kleinem Zifferblatt an der Uhr zu lesen. Eine im Uhrenschrank befindliche Bedienungsanleitung gibt das Datum mit „Januar 1955“ an. Ursprünglich mussten die Gegengewichte der Uhr wohl alle paar Tage mit einer Kurbel aufgezogen werden. Sicherlich seit 1955 werden die Gegengewichte mit Hilfe elektrischer Motoren hochgezogen und die Glocken über Seilzüge und Hämmer der Uhrzeit entsprechend angeschlagen. Heute wird das alte Uhrwerk mittels Steuermotoren von einer modernen Funkuhr gesteuert und justiert. Auch das Läuten der Glocken, früher wie üblich mit dem Seil aus dem unterem Turmteil, erfolgt heute durch Elektromotoren, die leicht vom Schaltschrank in der Sakristei bedient werden können. Nach dem zweiten Weltkrieg mit seinen Zerstörungen mussten umfangreiche Arbeiten an der Kirche erledigt werden. Zur Neudeckung des Daches trug der damalige Pfarrer Enderle unter kräftiger Mithilfe der Gemeindejugend über 30.000 Ziegel auf das Kirchendach.

 

Die Grab- und Gedenktafeln

Auf einer schlichten roten Sandsteintafel mit kleinem Wappen, links neben den beiden Epitaphien ist zu lesen, dass die Kirche 1956, anlässlich des Todes der Patronatsherrin „Luise Freifrau von St. Andre’“ am 18.10.1955, von der evangelischen Kirchengemeinde zu Königsbach innen und außen renoviert worden bin. Bei dieser Erneuerung erhielt die Kirche auch ein komplett neues Gestühl von der Patronatsherrschaft gestiftet.

Die Grabtafeln an der Südwand außen haben ursprünglich in der Kirche gelegen. 

Ein Pforzheimer Spezialsuperintendent „Johann Jakob Wechsler“ schrieb im Jahre 1742 :

“Grabsteine: deren ligt die gantze Kirch voll, doch sind er Schrifften meisten Theils nicht mehr leslich. Mann kan unter andern die von Venningen und St. Andre’ merken, welche in Lebens große nebst denen Gemahlinen und Adelichen Wappen ausgehauen“

Früher war es einfach üblich und Gewohnheitsrecht, prominente Personen der Gemeinde im Inneren der Kirche zu bestatten. Die sicher mehr oder weniger kunstvoll gearbeiteten Grabplatten sind dann im Laufe langer Zeit durch das Begehen teilweise bis zur Unkenntlichkeit abgewetzt worden. Bei einer Renovierung sind dann zehn der Steine, teils aus Pietät, teils aus kunst- und kulturhistorischem Wert an der Außenwand, fein säuberlich aufgestellt und gegen Witterungseinflüsse mit Dachziegeln abgedeckt worden.

Die Grabtafeln sind folgenden Personen zum Gedenken.

  1. Pfarrer Ulrich von Bobringen gest. 1386
  2. Alexander Ferdinand von St. Andre’ gest. 1690
  3. Raphael von Helmstett gest. 30 Oktober, ohne Jahreszahl
  4. Elisabeth von Millach geb. Crailsheim
  5. Maria Helena von St. Andre’ geb. Crailsheim gest. 1771
  6. Stumpf von Waldeck gest. 1558
  7. Angehöriger des Geschlechts derer von Königsbach gest. 1459
  8. Propsten Johann Bernhard Ode gest. 1553
  9. Anna von Venningen geb. von Venningen gest. 1557
  10. Barbara von Venningen geb. von Flersheim gest. 1602

Mittig über den Epitaphien von Wulf Ullrich von Venningen und Daniel Rollin von St. Andre’ in meiner Nordwand ist noch eine kleine, steinerne Wappenscheibe mit zwei gekreuzten Lilien derer von Venningen erkennbar. Es ist aus dem 15ten Jh. mit der Inschrift: „Jörg von Venningen ritter“

Zur Linken der beiden Epitaphien in der Kirche sind fünf weitere Steinerne Tafeln zum Gedenken an verstorbene Glieder der Familie derer von St. Andre’ angebracht:

  1. Luise Freifrau von St. Andre’ gest. 18.10.1955
  2. Wilhelm Friedrich von St. Andre’ gest. 12.7.1815
  3. Ernst Philipp von St. Andre’ gest. 9.6.1830
  4. Ludwig Gustav von St. Andre’ gest. 3.8.1782
  5. Freifrau Wilhelmine von St. Andre’ gest. 4.6.1841

Auch das hier angeordnete Fenster ist wegen der Glasmalerei zu beachten. 

Zur Linken das Wappen derer von St. Andre’, diese Glasmalerei ist signiert von: C. de. Bouche’ - Münden

Rechts ein Wappen mit Inschrift: Schweigharht von Gemmingen 1591 Allein Gott die Ehr!

 

 

 

 

 

Das Kriegerdenkmal

Vor dem Haupteingang der Kirche stehen seit 1959 drei unterschiedlich große, moderne Gedenksteine aus Kalkstein und ein aus gleichem Material gefertigtes großes Kreuz. Diese Gedenkstätte soll an die drei letzten großen Kriege erinnern und zum Frieden ermahnen.

Das Gefallenen-Denkmal vor der Kirche, eingeweiht 1959 

Zusammentragen:

Volker Prellberg
Walter-Rathenau-Straße 1a  
75203 Königsbach-Stein

 

Posaunenchor Königsbach

Posaunenchor Königsbach

AB-Verein Königsbach

AB-Verein Königsbach

Projektarbeit in Tansania

„Friends of Education in Tansania e.V“