Geschichte der Evangelischen Kirche zu Königsbach
Liebe Besucherin! Lieber Besucher!
Vielen Dank für Ihren Besuch. Seien Sie herzlich willkommen. Ich freue mich, dass Sie hereinschauen.
Ich, die Kirche zu Königsbach, möchte mich Ihnen in aller Offenheit vorstellen.
Hier also einige Informationen über mich und meine Gemeinde. Falls Sie an einem Gottesdienst Interesse haben dann schauen Sie doch einfach mal Sonntags um 10:00 Uhr bei mir herein.
Meine Geschichte
Um 1200 ist mein Turm als Wehrturm, im Erdgeschoss mit einem Grundriß von 6,5 m im Quadrat, und 2,40 m dicken Mauern gebaut. Er hatte nur einen hoch liegenden Eingang, der über eine Leiter zu erreichen war. Das erste Obergeschoss mit seinen 1,90 m dicken Mauern gehört noch zum alten Wehrturm mit seinen Fensterschlitzen, die sicherlich als Schießscharten anzusehen sind. Dass es ein Wehrturm war, ergibt sich auch daraus, daß der Turm ursprünglich völlig freistehend und nicht mit der Kirche verbunden war. Der jetzige ebenerdige Eingang in den Turm ist erst gegen 1623, laut Sturzinschrift, eingebaut. Erst im 15ten Jh. bin ich an den Turm herangebaut worden. Bei der Zerstörung 1622 ist der steinerne Turmhelm herabgestürzt. Ein erhalten gebliebenes Stück der Helmspitze hat beim Wiederaufbau als Taufstein Verwendung gefunden. Siehe auch Seite 8 „Taufstein“. Zum Glück sind die Mauern stehen geblieben, so daß nur ein neuer Turmhelm aufgesetzt werden brauchte. 1761 musste man wegen Baufälligkeit den oberen Turmteil abtragen und versah den Restturm, wegen Streitigkeiten um die „Baulast“, mit einem Behelfsdach.
Schon 1818 machte es der Zustand meines Turmes notwendig restauriert zu werden. Man baute ein neues Obergeschoss in altgriechischem Geschmack, in dem die Glockenstube mit vier großen rundbogigen Schallöffnungen untergebracht ist, auf dem ein pyramidenförmiger Helm mit Kugel und Kreuz darauf hinweist daß: „Christus der Herr der Welt ist“. Mein heutiges Turmmauerwerk ist 27 m hoch, die Gesamthöhe beträgt 36 m.
Die ersten Königsbacher Pfarrer sind 1295 benannt. Am 9.1.1335 wurde erstmals in einer Urkunde eine Pfarrkirche zu Königsbach erwähnt. Um 1366 ist in Pfarrer „Conrad Weitzner“ durch das Kloster Frauenalb urkundlich bestätigt.

Mein Inneres und Äußeres
Es lassen sich anhand von Urkunden und Aufzeichnungen von 1295 bis 2003, 44 Pfarrer nachweisen. Es ist allerdings nicht mehr nachweisbar, seit wann in Königsbach eine christliche Gemeinde existiert. Sicher ist, daß während der Römerzeit in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt hier keltische und römische Gottheiten vorherrschten. Davon zeugt ein in die Kirchenwand eingemauertes Bild der Pferdegöttin „Epona“, die sicher auf unserer Gemarkung ein Heiligtum besessen hat.
Ebenfalls ist einige Meter links oberhalb des Eponabildes noch eine „Unbekannte Schöne“, ein steinernes Frauenantlitz in meiner Nordwand eingemauert, man vermutet, daß es ein Fragment römisch-keltischer Religiosität ist. Es ist aber z.Z. nur eine Vermutung, daß das steinerne Frauenbild der Rest einer Minervafigur ist.
Nach „Lacroix“1 ist es ein Ansatzstück für eine Gewölberippe, eine Arbeit des 15ten Jh. Weiter vermutet „Lacroix“ * daß dieser Frauenkopf von dem im Jahre 1622 zerstörten Chor stammt. Es ist zu vermuten dass auf dem Areal meines Standortes zuvor eine römische Liegenschaft bestand. Denn in der Umfassungsmauer des Friedhofes ist noch deutlich das Ährenmuster römischer Baumeister zu erkennen. Die Mauer gehörte sicherlich zu einer Wehranlage, da am jetzigen Parkplatz neben der Kirche noch eine Schießscharte zu erkennen ist.
Weitere befinden sich links davon und sind durch Aufschüttung des Platzes verdeckt. Um 500/614 zog der römisch-katholische Glaube, ausgehend vom Bistum Speyer ein. In katholischer Zeit ist Königsbach erstmalig in einer Urkunde erwähnt, es ist aber nicht bekannt, wann der Ort zur Pfarrgemeinde erhoben wurde. Durch den Königsbacher Schlossherrn Erasmus von Venningen wurde im Zuge der Reformation der erste evangelische Pfarrer „Magister Johann Voit“ 1554-1571 berufen. Seither bin ich eine evangelische Kirche. Zu dieser Zeit war auch das Bestimmungsrecht, bedingt durch mehrere Herrschaften am Ort, dreigeteilt. Zum einen war da:
- Der Markgraf Carl von Baden, er besaß 5/12 des Ortes.
- Erasmus von Venningen und ab 1648 Daniel Rollin Reichsfreiherr von Saint Andre', der 7/12 des Ortes sein eigen nannte.
- Das Kloster Frauenalb, dem der größte Teil des 10ten zustand.
Solcherart Besitzverhältnisse gaben immer wieder Anlass zu Streitigkeiten um die Baulast an Kirche und Gemeindeaufgaben.
Unter „Baulast“ ist zu verstehen, wer von den Besitzern des Ortes und der Kirche, samt Rechten daran, wie viel zum Bau und Unterhalt an der Kirche, Turm, Glocken, Schulen und gemeinnützige Einrichtungen in jeweiligen Anteilen zu bezahlen hat.
Mein Langhaus und der Chor ist mit seinem Turm auf dem Kirchberg weithin sichtbar, ein doch recht stolzes Wahrzeichen des Ortes. Es ist nicht bekannt, wann genau mein Kirchenschiff erbaut wurde, aber sicher reichen die Anfänge bis zur römischen Besiedelung zurück. Die römischen Mauerreste in der Umfassungsmauer deuten darauf hin, wie auch bei anderen Kirchen in der Umgebung belegt ist.
Urkundlich bin ich erstmals 1295 erwähnt, aber ob ich schon genau an heutiger Stelle stand ist nicht belegt. Nachgewiesen ist aber, daß ich erst im 15ten Jh. mit meinem Turm als ältesten Teil der Anlage verbunden wurde. Dadurch entstand der Haupteingang zum Kirchenschiff links vom Turm. Nach „Lacroix“ * stammt das Mauerwerk meines Kirchenschiffes aus Ende des 15ten Jh. Mein Chor und die Sakristei sind nach den Zerstörungen des 30 jährigen Krieges erbaut. 1740 musste meine Sakristei wegen Baufälligkeit umgebaut werden, hier hatte die „Baulast“ das Kloster Frauenalb zu tragen. Meine Gesamtlänge mit dem Chor beträgt 31,50 Meter, in der Breite messe ich 10,30 Meter. In meiner Südwand sind zwei Spitzbogenfenster mit je zwei Mittelsäulen und Messwerk eingelassen.
Vor dem östlichen der beiden Fenster ist eine Empore der Patronats-Herrschaft derer von St. Andre'’ eingebaut, welche in früherer Zeit über eine eigene Treppe an der Außenwand zugänglich war, Hier ist noch ein altes vermauertes Türgewände zu sehen. Ebenso war eine Verbindung mittels im Kirchenschiff angebrachtem Steg zum ehemaligem hohen, nur mit einer Leiter begehbaren Turmeingang vorhanden. Wie üblich war auch in seiner Zeit die Herrschafts-Empore oberhalb der Brüstung verkleidet, so daß die Herrschaft ungesehen den Gottesdienst verfolgen konnte. An der Brüstung ist noch heute das Wappen derer von St. Andre’ erhalten.
In der Nordwand sind ferner zwei gotische Spitzbogenfenster mit je zwei Mittelstützen und Messwerk eingelassen. In dem rechten sind Glasmalereien mit den Portraits von „Martin Luther“ und „Philipp Melanchthon“ zu sehen. Unterhalb dieses Fensters ist eine Bronzetafel, von dem im Krieg gefallenen „Ernst Philipp von St. Andre’ “ eingelassen, Geboren 10 Juli 1916, gefallen in Russland Juni 1944 mit der Rangbezeichnung „Major“
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M.Luther |
P.Melanchthon |
Ernst Philipp von St. Andre |
Zur Rechten dieses Fensters ist meine hölzerne Kanzel mit Ihrem Schalldeckel und Treppe auf einer hölzernen Säule ruhend errichtet.Zwischen den beiden gotischen Fenstern in meiner Nordwand sind die Epitaphien mit lebensgroßen Darstellungen der Patronatsherren dominierend.
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Wertvolles im Inneren
Über meinem Hauptportal ist ein spitzbogiges Fenster ohne Messwerk eingelassen, von innen ist eine Empore eingebaut, welche den Lichteinfall ziemlich behindert.
Mein dreiseitig geschlossener Chor hat vier hohe Fenster mit bogenförmigem Sturz, die reichlich für Licht sorgen. Die Mauern sind in der Flucht des Langhauses aber etwa um 1,0 Meter höher. Mein Langhaus hat eine flache Holzdecke mit Kassetten, im Chor ist ein Holz-Spiegelgewölbe der obere Abschluss. Fast der ganze Chor ist mit der Ostempore ausgefüllt, auf der sich auch meine Orgel befindet. Meine Ostempore ruht auf sieben kunstvoll gearbeiteten Holzsäulen. Über der Brüstung der Empore ist ein vom Anfang des 18ten Jh., ca. 2,0 Meter hohes, aus Lindenholz gefertigtes Kruzifix.
In der Brüstung darunter ist die Inschrift: „Es ist vollbracht“ zu sehen.
Unter dem Kruzifix ist mein hölzerner Altar auf einem zweistufigem Steinpodest angeordnet. Auf der Vorderseite sind drei geschnitzte und bemalte Symbole zu sehen: Rechts ein Kelch, links ein Korb mit Brot und zur Mitte ein Hugenottenkreuz. Seiten und Rückwand sind ebenfalls mit Hugenottenkreuz und kleinen Rosetten geschmückt. Vor dem Altar auf dem Steinpodest ist eine Standfläche, die zu den Seiten hin mit geschmiedetem Geländer gesichert ist. Auf meinem Altar hat ein modernes, ca. 85 cm hohes Holzkreuz mit einer Dornenkrone aus Stacheldraht, zwei Kerzenleuchtern, eine große Bibel und Blumenschmuck reichlich Platz.
Mein Taufstein ist eine kleine Besonderheit. Der quadratische Sockel mit einem Schaftaufsatz und der Jahreszahl sind prägend. Darauf ist ein Mittelstück einer kunstvollen gotischen Steinmetzarbeit, ein quadratischer Kern mit mehrfacher Schichtung von Zweigwerk, Kielbogen und Fialen übersponnen. Die sechseckige Deckplatte mit Vertiefung für das Taufbecken gehörte ursprünglich zum Fuß von 1625. Die Höhe des Taufsteines beträgt ca. 0,9 Meter
„Lacroix“ vermutet, daß der Mittelteil ursprünglich ein Stück eines Baldachins von einem Sakramentsgebäude ist. Die mündliche Überlieferung aber sieht in diesem Mittelteil des Taufsteines einen Überrest des Messwerkhelmes der vor 1622 den Turm krönte. Bei der Zerstörung der Kirche sei der Helm herabgestürzt, wobei die Helmspitze unversehrt blieb. Diesen erhaltenen Messwerkstein baute man seinerzeit in den Taufstein ein. Auf der Ostempore steht meine Orgel, welche 1889 von der Firma Voit & Söhne aus Durlach für etwa 8000 Reichs-Mark erbaut wurde. Errichtet wurde eine Orgel mit fünfteiligem barockem Prospekt, zwei Manualen und 18 klingenden Registern.
Meine unter Denkmalschutz stehende Orgel ist eine der wenigen mit „mechanischer Traktur“ Sie wurde von der damaligen „Orgelbaukomm-Mission“ der Evangelischen Landeskirche als „die beste Orgel der ganzen Diozöse“ bezeichnet. Der Blasebalg der über eine Mechanik von Gehilfen mit den Füßen bedient wurde, wurde ist nach den zweiten Weltkrieg auf elektrischen Betrieb umgebaut.
Meine Sakristei
An der Südseite im Chor, unter der Empore ist der Zugang zur 1625 erbauten Sakristei. Im Inneren des 4 mal 4 m großen Raumes ist an der Ostwand ein alter Opferkasten aus Sandstein eingemauert. In der schmiedeeisernen Klappe ist ein Schlitz zum Einwurf von Geldstücken zu sehen, die Klappe ist mit einem stabilen eisernen Riegel gesichert. Auf dem Opferkasten ist eine Inschrift: HANES HOCH.S.HAVER zu sehen.
Der Steinhauer Johannes Hoch hat in der zweiten Hälfte des 18ten Jh. gelebt und in, sowie um Königsbach viele Bauarbeiten ausgeführt. Die gleiche Inschrift ist auch im Gesims der Sakristei, rechts neben dem Außeneingang, oberhalb des dortigen Fensters zu sehen. Bei der Zerstörung der Kirche 1622 sind neben der gesamten Inneneinrichtung auch das Dach meines Chores und des Langhauses abgebrannt, Das Feuer wütete derart, daß die Glocken im Turm schmolzen, so dass sich das heiße Metall auf den Boden ergoss. 1624 erhielt ein Durlacher Glockengießer den Auftrag drei neue Glocken zu gießen. Diese waren aber nicht von guter Qualität. Die große Glocke wurde ist klangeshalber gleich zerschlagen und neu gegossen. Die kleine Glocke ist ein Jahr darauf geborsten und unbrauchbar im Turm geblieben. Anno 1626 im März wurde dann meine kleine, ohnehin geborstene Glocke, zum Zwecke einer Lösegeldzahlung von 126 Gulden, für den markgräflichen Bürger Johann Scheuerlin und den edelmännischen Bürger Michael Herdtmann vom Turm genommen, um mit dem Verkaufserlös die Gefangenen freizukaufen. Die Gemeinde hat dann später der Kirche das Geld ersetzt, um nicht zur Anschaffung des Geläuts verpflichtet zu sein. 1721 wurde dann ein Streit um den Kauf neuer Glocken folgendermaßen beigelegt:
„Da das Kloster Frauenalb die Baulast am Chor hat, und dort eine Glocke von 4 Zentnern hing, solle das Kloster auch eine solche wieder bezahlen“. Es solle nunmehr der Frau Äbtissin „mit allem Ernst angesonnen werden“, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Wenn sie sich weigere, so solle der zustehende, fällige Zehnten „angehalten“ d. h. beschlagnahmt werden, um daraus die Glocke zu bezahlen. „Die zweite Glocke von 6 Zentnern soll die Gemeinde zahlen, weil diese von der Gemeinde einstmals verkauft wurde. Die dritte Glocke soll angeschafft werden von dem, was von der Kollekte für den Bau des Schulhauses übrig bleibe. Sollte der Rest nicht ausreichen, so werde der fehlende Betrag von beiden Vogtherren und dem Kirchenfonds zu einer „Terz“ dazugegeben“.
Festgeschrieben im Vergleich der „Kondominatsherren“
Königsbach vom 1.Juli 1721
Meine Glocken
Während des zweiten Weltkrieges musste ich, wie so viele Kirchen auch, zwei meiner Glocken opfern. Zur Zeit sind in meinem Turm wieder drei Glocken untergebracht.
Meine große Glocke, die in der Mitte des Glockenstuhles hängt, hat eine Inschrift:
„Friede sei mit euch“ und „Über der Erde liegt Not und Leid, Herr lass mich künden bessere Zeit“
Meine kleine Glocke, rechts neben der großen, mit der Inschrift:
„Lasset die Kindlein zu mir kommen“
Beide, die große und die kleine Glocke sind gegossen und signiert von: „Abachat aus Heilbronn“ mit Datum 1950
Meine mittlere Glocke, zur linken der großen, hat viele Wirren der Zeit überdauert, denn diese stammt noch, laut Inschrift, aus dem Jahre 1723. Die Inschrift lautet:
„DO SINE MENTE SONVM, ICH BIN EIN TONEND ERTZ, VND GEB. NVR BLOSEN LAVT, GLVCKSELIG IST DER KOMT VND GOTTES TEMPEL SCHAUT“
Ebenfalls ist in der Inschrift zu lesen daß ein Glockengießer „GOS MICH HEINRICH LUDWIG GOSMAN PFORZHEIM“ sie gefertigt hat. Sicher ist das „V“ der Inschrift als „U“ zu lesen.
Ich möchte nicht unterschlagen, daß kurz nach dem ersten Weltkrieg eine Glockenweihe stattfand, sicherlich handelt es sich um eine der Glocken, die ich im zweiten Weltkrieg abgeben mußte. Im Jahre 2003 sind dann alle drei Glocken nebst Glockenstuhl repariert und saniert worden. Meine große Glocke erhielt ein neues Joch (Glockenaufhängung im Glockenstuhl) und meine mittlere Glocke von 1723 zur linken, einen neuen Klöppel und ein neues Joch, zudem ist sie noch um eine Vierteldrehung gedreht worden, weil sich schon eine deutliche Vertiefung durch das Anschlagen des Klöppels über so lange Zeit gebildet hatte. Unter meiner Glockenstube ist das mächtige mechanische Uhrwerk, mit einer Grundfläche von ca. 3,0 x 1,0 Meter und einer Höhe von ca. 1,70 Meter zu sehen.
Eingebaut von der Firma: R. Schneider & Söhne Turmuhrenbau, Schonach-Baden
Dieses ist auf einem kleinem Zifferblatt an der Uhr zu lesen. Eine im Uhrenschrank befindliche Bedienungsanleitung gibt das Datum mit „Januar 1955“ an. Ursprünglich mussten die Gegengewichte der Uhr wohl alle paar Tage mit einer Kurbel aufgezogen werden. Sicherlich seit 1955 werden die Gegengewichte mit Hilfe elektrischer Motoren hochgezogen und die Glocken über Seilzüge und Hämmer der Uhrzeit entsprechend angeschlagen. Heute wird das alte Uhrwerk mittels Steuermotoren von einer modernen Funkuhr gesteuert und justiert. Auch das Läuten der Glocken, früher wie üblich mit dem Seil aus dem unterem Turmteil, erfolgt heute durch Elektromotoren die leicht vom Schaltschrank in der Sakristei bedient werden können. Nach dem zweiten Weltkrieg mit seinen Zerstörungen mussten umfangreiche Arbeiten an mir und meinem Dach erledigt werden. Zur Neudeckung des Daches trug „Pfarrer Enderle“ unter kräftiger Mithilfe der Gemeindejugend über 30.000 Ziegel auf das Kirchendach.
Meine Grab- und Gedenktafeln
Auf einer schlichten roten Sandsteintafel mit kleinem Wappen, links neben den beiden Epitaphien ist zu lesen daß ich 1956, anlässlich des Todes der Patronatsherrin „Luise Freifrau von St. Andre’“ am 18.10.1955, von der evangelischen Kirchengemeinde zu Königsbach innen und außen renoviert worden bin. Bei dieser Erneuerung erhielt ich auch ein komplett neues Gestühl von der Patronatsherrschaft gestiftet.
Die Grabtafeln an meiner Südwand außen haben ursprünglich in der Kirche gelegen.
Ein Pforzheimer Spezialsuperintendent „Johann Jakob Wechsler“ schrieb im Jahre 1742 :
“Grabsteine: deren ligt die gantze Kirch voll, doch sind er Schrifften meisten Theils nicht mehr leslich. Mann kan unter andern die von Venningen und St. Andre’ merken, welche in Lebens große nebst denen Gemahlinen und Adelichen Wappen ausgehauen“
Früher war es einfach üblich und Gewohnheitsrecht, prominente Personen der Gemeinde im Inneren der Kirche zu bestatten. Die sicher mehr oder weniger kunstvoll gearbeiteten Grabplatten sind dann im Laufe langer Zeit durch das Begehen teilweise bis zur Unkenntlichkeit abgewetzt worden. Bei einer Renovierung sind dann zehn der Steine, teils aus Pietät, teils aus kunst- und kulturhistorischem Wert an der Außenwand, fein säuberlich aufgestellt und gegen Witterungseinflüsse mit Dachziegeln abgedeckt worden.
Die Grabtafeln sind folgenden Personen zum Gedenken.
- Pfarrer Ulrich von Bobringen gest. 1386
- Alexander Ferdinand von St. Andre’ gest. 1690
- Raphael von Helmstett gest. 30 Oktober, ohne Jahreszahl
- Elisabeth von Millach geb. Crailsheim
- Maria Helena von St. Andre’ geb. Crailsheim gest. 1771
- Stumpf von Waldeck gest. 1558
- Angehöriger des Geschlechts derer von Königsbach gest. 1459
- Propsten Johann Bernhard Ode gest. 1553
- Anna von Venningen geb. von Venningen gest. 1557
- Barbara von Venningen geb. von Flersheim gest. 1602
Mittig über den Epitaphien von Wulf Ullrich von Venningen und Daniel Rollin von St. Andre’ in meiner Nordwand ist noch eine kleine, steinerne Wappenscheibe mit zwei gekreuzten Lilien derer von Venningen erkennbar. Es ist aus dem 15ten Jh. mit der Inschrift: „Jörg von Venningen ritter“
Zur Linken der beiden Epitaphien in der Kirche sind fünf weitere Steinerne Tafeln zum Gedenken an verstorbene Glieder der Familie derer von St. Andre’ angebracht:
- Luise Freifrau von St. Andre’ gest. 18.10.1955
- Wilhelm Friedrich von St. Andre’ gest. 12.7.1815
- Ernst Philipp von St. Andre’ gest. 9.6.1830
- Ludwig Gustav von St. Andre’ gest. 3.8.1782
- Freifrau Wilhelmine von St. Andre’ gest. 4.6.1841
Auch das hier angeordnete Fenster ist wegen der Glasmalerei zu beachten.
Zur Linken das Wappen derer von St. Andre’, diese Glasmalerei ist signiert von: C. de. Bouche’ - Münden
Rechts ein Wappen mit Inschrift: Schweigharht von Gemmingen 1591 Allein Gott die Ehr!
Unser Kriegerdenkmal
Vor meinem Haupteingang stehen seit 1959 drei unterschiedlich große, der Opferzahl der Kriege entsprechend, moderne Gedenksteine aus Kalkstein und ein aus gleichem Material gefertigtes großes Kreuz. Diese Gedenkstätte soll an die drei letzten großen Kriege erinnern und zum Frieden ermahnen.
Das Gefallenen-Denkmal vor der Kirche, eingeweiht 1959
Zusammentragen:
Volker Prellberg
Walter-Rathenau-Straße 1a
75203 Königsbach-Stein
1„Lacroix“: Emil Lacroix, Badischer Landeskonservator












